Geschichte des Aikido

Der Begründer des Aikido Morihei Ueshiba erblickte am 14. Dezember 1883 in Japan das Licht der Welt. Als kleiner Junge musste er oft mit ansehen wie Schläger seinen Vater aus politischen Gründen verprügelten. Darauf hin entschloss er sich stark zu werden um Rache üben zu können. Er härtete seinen Körper ab und widmete sich intensiv dem Studium der japanischen Kampfkünste. Dabei erwarb er die Meisterschaft verschiedenster Stile des Jujistsu, des Schwertkampfes sowie des Speerkampfes. Trotz seiner beeindruckenden körperlichen und kämpferischen Fähigkeiten war Morihei Ueshiba immer noch unzufrieden. Er begann sich deshalb eingehend mit Religion zu befassen in der Hoffnung die tiefere Bedeutung des Lebens zu entdecken, ohne jedoch sein Studium der Kampfkünste dabei zu vernachlässigen. Schließlich schuf er durch die Verknüpfung seines Kampfkunsttrainings mit religiösen und politischen Ideologien die moderne Kampfkunst Aikido. Bevor sich Meister Ueshiba für den Namen ‚Aikido’ im Jahre 1942 entschied nannte er seine Kampfkunst ‚Aikibudo’ und ‚Aikinomichi’.

Technisch gesehen wurzelt Aikido, wie auch das moderne Judo, in verschiedenen Stilen des Jujitsu. Einen besonderen Einfluss auf die Entwicklung des Aikido hatten das sogenannte Daitoryu-(Aiki)Jujitsu sowie verschiedene Schwert- und Speerkampfschulen. Vereinfacht gesagt übernahm das Aikido die Hebel und Würfe des Jujitsu und verband diese mit den Körperbewegungen des Schwert- und Speerkampfes. Viele der Aikidotechniken sind jedoch auch das Resultat von Meister Uehsiba’s eigener Entwicklung und nur im Aikido zu finden.

Morihei Ueshiba war ein begeisterter Anhänger des Omotokyo, einer von Japans so genannten ‚Neuen Religionen’. Das Omotokyo ist zu einem Neo-Schintoismus und zum anderen sozialpolitischer Idealismus. Ein Ziel des Omotokyo ist die Vereinigung der Menschheit zu einem einzigen‚ himmlischen Königreich auf Erden’ in dem alle Religionen unter der Fahne des Omotokyo vereint sind. Viele von O’Senseis Schriften und mündlichen Überlieferungen können nur im größeren Zusammenhang des Omotokyo verstanden werden.

Ungeachtet dessen was viele Leute denken oder behaupten gibt es keine einheitliche Philosophie des Aikido. Es gibt lediglich eine unorganisierte und nur teilweise zusammenhängende Sammlung religiöser, ethischer und metaphysischer Vorstellungen und Überzeugungen die mehr oder weniger von Aikidokas auf der ganzen Welt geteilt werden und welche entweder in mündlicher Form überliefert werden oder in Publikationen über Aikido zu finden sind.

Einige Beispiele:

  • ‚Im Aikido geht es nicht darum gegen einen Feind zu kämpfen oder ihn zu besiegen; viel mehr geht es darum die Welt zu versöhnen und alle Menschen zu einer großen Familie zu vereinen.’
  • ‚Das Wesentliche des Aikido ist die Kultivierung von Ki (= Lebenskraft, innere Kraft, mentale und spirituelle Energie).’
  • ‚Das Geheimnis des Aikido liegt darin eins mit dem Universum zu werden.’
  • ‚Aikido ist vor allem ein Weg der körperlichen und psychologischen Meisterschaft über sich selbst.’
  • ‚Der Köper ist die greifbare Vereinigung des Physischen und Spirituellen, das durch das Universum geschaffen wurde.’

Der Kern fast aller philosophischen Interpretationen des Aikido besteht jedoch aus zumindest zwei fundamentalen Gedankengängen:

  1. Verpflichtung zur friedlichen Beilegung von Konflikten wann immer möglich.
  2. Verpflichtung zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit durch das Aikidotraining.